Sarah Meyn, Startup City Hamburg
30. Oktober 2026

Mit Sarah Meyn von Startup City Hamburg

Foto: Oliver Reetz, IFB Innovationsstarter GmbH

Wir freuen uns sehr, dass wir Sarah Meyn von Startup City Hamburg für ein hei.expertinneninterview gewinnen konnten!

Startup gründen in Hamburg? Dafür hat der Standort jede Menge zu bieten: Förderprogramme, Netzwerke, Events und Beratungsangebote. Aber wie findet man eigentlich die richtigen Kontakte und Angebote? Genau hier kommt Sarah von Startup City Hamburg ins Spiel. Als Startup Guide hilft sie Gründer:innen, sich im Hamburger Startup-Ökosystem zurechtzufinden, passende Unterstützungsangebote zu entdecken und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Im Interview verrät Sarah, welche Angebote Startups kennen sollten, darum ein starkes Netzwerk oft wichtiger ist als die nächste Förderung, welche Fragen sich Startup-Gründer:innen frühzeitig stellen sollten und was Hamburg zu einem besonderen Gründungsstandort macht.

 

Hi, ich bin Sarah von Startup City Hamburg.

Mein Markenzeichen: Menschen, Ideen und Möglichkeiten miteinander zu verbinden. Es begeistert mich, Gründer:innen die richtigen Türen im Hamburger Ökosystem zu öffnen und ihnen Orientierung auf ihrem individuellen Weg zu geben.
Mein Erfolgsfaktor: Neugier und echtes Interesse. Ich möchte verstehen, was Menschen antreibt und welche Unterstützung sie wirklich weiterbringt.
Meine Superkraft: Die richtigen Menschen zur richtigen Zeit zusammenzubringen. / Chancen sichtbar zu machen, die andere übersehen.

 

Sarah, Hamburg hat für Gründer:innen ziemlich viel zu bieten – und genau das kann manchmal auch überfordern. Wo setzt Startup City Hamburg an und wie helft ihr dabei, sich im Hamburger Gründungs- und Startup-Dschungel zurechtzufinden?

Hamburg bietet eine enorme Vielfalt an Fördermöglichkeiten, Netzwerken, Events und Unterstützungsangeboten. Aus Gesprächen mit Gründer:innen weiß ich, dass genau diese Vielfalt anfangs manchmal überwältigend sein kann. Die Herausforderung der Startup Gründer:innen liegt häufig nicht darin, Unterstützung zu finden, sondern herauszufinden, welche Angebote zum aktuellen Zeitpunkt wirklich weiterhelfen.

Genau hier setzt Startup City Hamburg an: Wir schaffen Transparenz über die Angebote im Hamburger Startup-Ökosystem und helfen Gründer:innen dabei, die für sie passenden Anlaufstellen möglichst schnell zu finden. Neben digitalen Informationen auf der Website Startup City Hamburg bieten wir Gruppenberatungen, virtuelle Deep Dives über Ökosystem-Angebote und persönliche Gespräche an. Unser Ziel ist es, individuelle Orientierung zu geben, Chancen aufzuzeigen und Gründer:innen mit den richtigen Akteur:innen zusammenzubringen (siehe Details).

Ich freue mich immer besonders, wenn ein einziger Hinweis, Kontakt oder Perspektivwechsel Gründer:innen mehrere Wochen Recherche erspart oder den nächsten wichtigen Schritt ermöglicht.

 

Nicht jede:r, der gründen möchte, bezeichnet sich direkt als “Startup”. Für wen ist Startup City Hamburg eigentlich die richtige Adresse?

Startup City Hamburg richtet sich an innovative, skalierbare, technologie- und wissensbasierte Gründungen sowie an Menschen, die eine solche Gründung planen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie bereits in Hamburg ansässig sind, aus einer anderen Region Deutschlands kommen oder international nach Hamburg blicken.

Wir begleiten sowohl Gründungsinteressierte in einer frühen Orientierungsphase als auch bereits gegründete Startups, die nach Fördermöglichkeiten, Netzwerken oder Wachstumsperspektiven suchen.

Viele Menschen sprechen von Selbstständigkeit, andere von Startup-Gründung. Der wichtigste Unterschied sind der Innovationsgrad und die schnelle Skalierbarkeit, auf die Startups setzen. Aus meiner Erfahrung sind die Übergänge aber oft fließender, als man zunächst denkt. Am Ende geht es immer darum, Ideen erfolgreich in die Umsetzung zu bringen.

 

Du bist als Startup Guide der Startup City Hamburg selbst nah dran an den Gründer:innen und ihren Herausforderungen. Mit welchen Fragen oder Unsicherheiten kommen sie besonders häufig zu dir? Und welchen Rat gibst du immer wieder mit auf den Weg?

Viele Gründer:innen kommen mit Fragen zu Förderprogrammen, Finanzierungsmöglichkeiten, Kundengewinnung oder Teamaufbau auf mich zu. Oft geht es aber auch um grundlegendere Themen: Ist meine Idee wirklich tragfähig? Wer braucht mein Angebot? Und wie wage ich den Schritt in die Selbstständigkeit oder Unternehmensgründung?

Eine Beobachtung, die ich immer wieder mache: Viele suchen zunächst nach der passenden Förderung, obwohl die wichtigeren Fragen eigentlich lauten: Wer ist mein Kunde, bzw. meine Kundin? Welches Problem löse ich? Und würde jemand tatsächlich dafür bezahlen?

Mein wichtigster Rat lautet deshalb: Sprecht früh mit potenziellen Kund:innen und baut euch ein Netzwerk auf. Viele Gründer:innen verbringen zu viel Zeit mit der Perfektionierung ihrer Idee und zu wenig Zeit im Austausch mit den Menschen, für die sie ihr Angebot entwickeln.

Hamburg ist dabei ein großartiger Ort zum Gründen. Die Community ist offen, viele Akteur:innen teilen ihr Wissen und oft entstehen die wertvollsten Chancen durch ein Gespräch oder eine Empfehlung.

Gleichzeitig empfehle ich, früh über die langfristige Vision nachzudenken. Wer bereits bei Themen wie Team, Beteiligungsstruktur oder Finanzierungsperspektiven einige Schritte vorausdenkt, schafft sich später deutlich mehr Handlungsspielraum.

 

Von Förderprogrammen und Finanzierung über Events bis hin zu Netzwerken und Investor:innen: Auf Startup City Hamburg laufen viele Fäden zusammen. Welche Angebote sollten Gründer:innen aus deiner Sicht unbedingt kennen?

Eine pauschale Antwort gibt es hier kaum, denn jedes Gründungsvorhaben hat andere Herausforderungen und Bedürfnisse. Genau deshalb mag ich meinen Job so sehr: Es gibt selten nur den einen richtigen Weg.

Hamburg bietet für nahezu jede Gründungsphase passende Unterstützung, von den Wirtschaftssenior:innen über den Startup Port, das Enterprise Europe Network und zahlreiche Förderprogramme bis hin zu spezialisierten Communities, Netzwerken und Brancheninitiativen.

Meine Empfehlung ist, nicht nur nach Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Oft bringen Gespräche mit erfahrenen Sparringspartner:innen, Gründer:innen oder Expert:innen mindestens genauso viel Mehrwert wie die nächste Förderung.

Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, findet über Startup City Hamburg gebündelte Informationen zu Angeboten, Events, Förderungen und relevanten Akteur:innen des Hamburger Startup-Ökosystems.

 

Eine gute Idee ist das eine, die richtigen Kontakte das andere: Wie wichtig ist ein starkes Netzwerk beim Gründen – und welche Rolle spielen dabei Partner:innen wie die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative im Hamburger Gründungsökosystem?

Ein starkes Netzwerk ist aus meiner Sicht einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Gründen eines Startups. Fast jede erfolgreiche Gründerin und jeder erfolgreiche Gründer kann von Begegnungen berichten, die neue Perspektiven eröffnet oder wichtige Türen geöffnet haben.
Gleichzeitig bedeutet Netzwerken nicht, möglichst viele Menschen kennenzulernen. Ich erlebe oft, dass wenige passende Kontakte viel wertvoller sind als hunderte lose Bekanntschaften.

Gründer:innen sollten ihre Ziele, Ressourcen und ihren verfügbaren Zeiteinsatz gut kennen und bewusst entscheiden, welche Veranstaltungen, Communities oder Netzwerke für ihre aktuelle Phase wirklich relevant sind. Für viele Selbstständige geht es zunächst gar nicht um Investor:innen oder große Partnerschaften, sondern darum, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnliche Herausforderungen bereits gemeistert haben. Genau deshalb spielen Organisationen wie die hei. und Startup City Hamburg eine wichtige Rolle: Wir helfen dabei, Orientierung zu geben und die passenden Menschen zusammenzubringen.

 

Förderung und Finanzierung sind für viele Gründer:innen ein großes Thema – gleichzeitig ist es gar nicht so leicht, herauszufinden, welches Programm zur eigenen Situation passt. Wie geht ihr dabei in der Beratung vor und was sollten Gründer:innen schon geklärt haben, bevor sie sich auf die Suche nach Finanzierung machen?

Förderung und Finanzierung sind selten Selbstzweck. Deshalb schauen wir in der Sprechstunde zunächst auf das Geschäftsmodell, die Entwicklungsphase und die Ziele des Startups. Erst danach betrachten wir gemeinsam, welche Förder- oder Finanzierungsmöglichkeiten wirklich sinnvoll sein können. Hilfreich ist es, wenn Gründer:innen bereits eine Vorstellung davon haben, welches Problem sie lösen, wer ihre Zielgruppe ist und welche Meilensteine sie in den nächsten Monaten erreichen möchten.

Mein wichtigster Rat lautet: Nicht mit der Suche nach Geld beginnen, sondern mit der Frage, welches Ziel durch die Finanzierung erreicht werden soll. Ich erlebe regelmäßig, dass Gründer:innen ihre Idee an eine bestimmte Förderung anpassen möchten. Sinnvoller ist aus meiner Sicht der umgekehrte Weg: Die Förderung sollte zum Vorhaben passen und nicht das Vorhaben zur Förderung. Wer diesen Fokus behält, trifft langfristig meist die besseren Entscheidungen.

 

Zum Abschluss ein Blick nach vorn: Du bekommst durch deine Arbeit einen guten Einblick in die Hamburger Startup-Szene. Welche Entwicklungen findest du aktuell besonders spannend – und warum ist Hamburg aus deiner Sicht gerade jetzt ein guter Ort, um zu gründen?

Besonders spannend finde ich, dass Gründen immer vielfältiger wird. Wir sehen heute Gründer:innen unterschiedlichster Altersgruppen, Nationalitäten und beruflicher Hintergründe. Auch Menschen, die sich früher vielleicht nie als Gründer:in gesehen hätten, entscheiden sich zunehmend für den Schritt in die Selbstständigkeit oder den Unternehmensaufbau.

Was mich an Hamburg besonders begeistert, ist die Offenheit des Ökosystems. Ich erlebe immer wieder, wie bereitwillig Menschen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Kontakte teilen. Diese Kultur des Miteinanders ist keineswegs selbstverständlich.

Gleichzeitig entwickeln sich die Unterstützungsangebote in Hamburg kontinuierlich weiter. Neue Förderprogramme, Vernetzungsformate und Initiativen stärken den Standort zusätzlich.

Die größte Stärke Hamburgs sind für mich jedoch die Menschen. Viele Akteur:innen verstehen sich nicht als Wettbewerber, sondern als Teil eines gemeinsamen Ökosystems, das wir mit der Startup City Hamburg abbilden. Genau davon profitieren Gründer:innen enorm und genau deshalb halte ich Hamburg aktuell für einen ausgezeichneten Ort, um ein Unternehmen aufzubauen.

 

Vielen Dank an Sarah für das tolle Interview!

 

Mehr Informationen:

Startup City Hamburg
LinkedIn Startup City Hamburg
LinkedIn Sarah Meyn